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wir nehmen wieder Fahrt auf! Im Oktober haben wir uns mit bloq-Unterstützer*innen getroffen; mit neuen und alten, aktiven und beratenden – und die Meinung war eindeutig: bloq muss es weiterhin geben. Nun laufen einige Projekte an, die vor allem ein Ziel haben: eine solidere Finanzierung unseres Vereins, damit wir 2026 bloq #5 herausbringen und weitere Veranstaltungen und Schulprojekte organisieren können. Außerdem unternimmt bloq ab jetzt einmal im Monat Ausflüge in die Randgebiete der Forschung – dazu weiter unten mehr. Und wir sind am 7. Dezember wieder beim MelleXMas Markt im Karlstorbahnhof dabei. Ab 11 Uhr könnt ihr euch bei uns mit Magazinen und Merch für unter den Weihnachtsbaum versorgen, dazu gibt es viele weitere Stände, Workshops und weihnachtliche Snacks.
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Wir freuen uns weiterhin über jede und jeden, der bloq unterstützen möchte. Egal ob mit Geld oder mit Zeit! Meldet euch gerne: info@bloqmagazin.de Und das Wichtigste: Kauft unser Magazin, vervollständigt eure bloq-Farbpalette, erzählt anderen von uns!
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In diesem Newsletter fragen wir bei Tabea Neisen vom Verein Stadttaubenprojekt Rhein-Neckar nach, wo die von der Stadt versprochenen betreuten Taubenschläge bleiben. Wir freuen uns außerdem mit Dossenheim und Schriesheim über Windräder und fragen uns, ob es gut ist, dass man in Mosbach den Arztbesuch jetzt im Einkaufszentrum erledigen kann.
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"Aus unserer Sicht fehlt es der Stadtverwaltung an Willen"
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Manche lieben sie, viele hassen sie: Zu Stadttauben haben viele eine starke Meinung. Tabea Neisen vom Stadttaubenprojekt Rhein-Neckar hat die Vögel zu ihrem Lebensthema gemacht. Über ihr Engagement haben wir in bloq #3 berichtet. Sie ist überzeugt: In Städten braucht es mehr betreute Taubenschläge, davon würden alle profitieren, die Tauben genau wie ihre Gegner. Auch in Mannheim sollen diese Brutstätten entstehen – doch die Umsetzung stockt.
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Frau Neisen, warum ausgerechnet Tauben?
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Ich bin 2018 zwischen Ludwigshafen und Heidelberg gependelt. Da habe ich immer wieder die vielen Tauben an den Bahnhöfen gesehen und mich gefragt, was man da machen kann.
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Stadttauben sind Nachkommen von Haustauben – also von Tieren, die man domestiziert und gezüchtet hat. Der Mensch hat ihnen unter anderem angezüchtet, dass sie ständig brüten. Egal wie groß oder klein das Nahrungsangebot ist, egal welche Jahreszeit wir haben. Deshalb werden die Populationen größer. Das erhöht das Leid für die Tiere, die zu wenig artgerechtes Futter finden, und es wird natürlich auch zur Belästigung für den Menschen. Bei Recherchen bin ich auf die Taubenschläge gestoßen. Ich habe ganz naiv die Städte angeschrieben und gefragt, warum es die hier noch nicht gibt.
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Warum sind Taubenschläge die Lösung?
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Wenn man Taubeneier gegen Plastikeier tauscht, schlüpfen keine Küken. Damit verhindern wir nicht nur jedes Mal die zwei Küken, sondern auch alle möglichen Nachkommen. Wir raten auch Menschen, die zum Beispiel ein Taubennest auf dem Balkon haben, die Eier auszutauschen. Es braucht dafür nicht zwingend betreute Taubenschläge, aber dort geht es effizienter. Und es ist einfacher, den Kot zu entsorgen. Außerdem: Je mehr Tauben in diesen Schlägen brüten, desto weniger von ihnen nisten woanders, zum Beispiel eben auf Balkonen.
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Verwirrt es die Tauben nicht, wenn sie auf Plastikeiern sitzen und sich über Wochen kein Küken bemerkbar macht?
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Es kommt immer wieder vor, dass aus Vogeleiern nichts schlüpft. Weil Nährstoffe fehlen, weil ein Ei nicht lang genug gewärmt wurde oder weil die Schale zu dünn ist. Das passiert also auch in der Natur, es ist für die Tauben nicht so tragisch.
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In Mannheim sollten betreute Taubenschläge entstehen. Das passiert aber offenbar doch nicht. Woran liegt das?
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Aus unserer Sicht fehlt es der Stadtverwaltung am Willen. Wir haben immer wieder Standorte vorgeschlagen, bei denen die Traglast gegeben war, denn so ein Taubenschlag hat natürlich ein gewisses Gewicht. Das waren Standorte in der Innenstadt und auf der Vogelstang. Doch daraus wurde nichts. Wir hören nur immer wieder, dass Standorte gesucht werden. Warum das Konzept nicht umgesetzt wird, wissen wir nicht.
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Dabei wäre mit betreuten Taubenschlägen wahrscheinlich allen geholfen. Auch den Menschen, die sich über die Tiere ärgern.
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Genau. Wir tauschen die Eier auch an wilden Brutplätzen aus, aber das ist eben mühsam. Der Aufwand, auf einem Dachboden rumzukrabbeln, um zehn Eier zu tauschen, ist sehr hoch. In einem Taubenschlag würden sich die Tiere an einem Punkt sammeln. Die Brutplätze befinden sich alle nebeneinander. Es würde viel schneller gehen.
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60,23
… Prozent der Menschen, die in Dossenheim am 9. November abgestimmt haben, sind keine Windkraftgegner. Und auch im benachbarten Schriesheim haben 54,68 Prozent der Menschen die Frage: „Sind Sie gegen die Errichtung von Windkraftanlagen auf den gemeindeeigenen Grundstücken im Dossenheimer Wald?” mit “Nein” beantwortet. Damit fiel der Bürgerentscheid in beiden Gemeinden überraschend deutlich aus. Und absolut nicht so, wie es sich der Verein „Gegenwind“ gedacht hatte, als er den Entscheid initiierte.
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Deutlicher Gegenwind kam für „Gegenwind“ vom 2024 gegründeten Verein „Energiewende”, der sich für die Windräder auf dem Gewann Weißer Stein aussprach und mit seinen Argumenten immer mehr Bürger*innen überzeugte – vor allem junge Menschen, die über die sozialen Medien Gleichaltrige zur Abstimmung aufgerufen haben. In Dossenheim und Schriesheim hat also gerade auch die Generation, die mit den Folgen der Klimakrise leben wird, abgestimmt – mit eindeutigem Ergebnis. Den Gegnern, oft deutlich älter, sollte das zu denken geben.
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Das Klischee „Energiewende ja, aber nicht vor meiner Haustür” ist also nicht immer haltbar. Mit der Frage, was beim Ausbau der Windkraft schief laufen und wie er gelingen kann, hat sich unser Autor Maximilian Münster für bloq #3 ausführlich beschäftigt.
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Arztpraxis im Supermarkt: Telemedizin hilft nicht gegen Ärztemangel
In einem Supermarkt in Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) hat eine Arztpraxis eröffnet, die Videosprechstunden anbietet. Die Hausärztinnen und Hausärzte entlastet das nicht, findet Maximilian Münster. Im Gegenteil.
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Die Kaufland-Filiale in Mosbach im Neckar-Odenwald-Kreis gehört zur typischen Kleinstadt-Peripherie, großer Parkplatz, als Nachbarn ein Drogerie-Markt und ein Fitnessstudio. Grundsätzlich also nicht erwähnenswert, trotzdem hat es der Supermarkt in die bundesweiten Schlagzeilen gebracht.
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Nahe des Kassenbereichs hat nämlich eine Arztpraxis eröffnet. Man kann dort per Video mit einem Arzt oder einer Ärztin sprechen, die in einem medizinischen Versorgungszentrum in Neckarsulm sitzen. Telemedizin nennt man das. Wenn der Hals kratzt oder es im Knie zieht, bekommt man unweit der Fleischtheke eine erste Einschätzung, ohne dafür in eine Praxis gehen zu müssen.
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Nun hat die Arztpraxis im Supermarkt auch deshalb so großes Aufsehen erregt, weil viele sich von dem Konzept eine Lösung für die angespannte Versorgungslage erhoffen. Es ist ja bekannt, dass es zu wenige Hausärztinnen und Hausärzte gibt. In Baden-Württemberg fehlen knapp 1.000, die übrigen sind überlastet und die Bevölkerung wird immer älter. In Mannheim und Heidelberg sind die Bedarfe ausreichend gedeckt, aber auf dem Land sieht es eng aus, auch in Mosbach.
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Telemedizin im Supermarkt löst das Problem aber nicht, wahrscheinlich verschlimmert sie es sogar. Niemand, der glaubt, an einer schlimmeren Erkrankung zu leiden, wird das vor einem Bildschirm abklären lassen wollen. Und falls doch: Wenn ernsthafte Symptome vorliegen, raten die Telemediziner:innen ohnehin zu einem persönlichen Termin. Also suchen die Menschen doch wieder eine bemannte Hausarztpraxis auf, das System wird nicht entlastet.
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Im Gegenteil. Die Arztpraxis nimmt den herkömmlichen Hausärztinnen und Hausärzten ausgerechnet die Erkrankten weg, die schnelles Geld bringen. Menschen mit Erkältungssymptonen zum Beispiel, die nur rasch eine Krankschreibung benötigen. Nach fünf Minuten kommt der nächste dran. Für solche Termine mit persönlichem Kontakt rechnen Praxen 40 bis 50 Euro ab, leicht verdientes Geld.
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Fände sich nun in jedem Supermarkt eine telemedizinische Praxis, brächten sie die Hausarztpraxen um dieses Geschäft. Ein Grund weniger für Ärztinnen und Ärzte, eine Praxis auf dem Land zu eröffnen. Ohne die wird es aber auch künftig nicht gehen.
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Sinnvoller als telemedizinische Lösungen ist es, Anreize dafür zu geben, dass sich Ärzt:innen auf dem Land niederlassen. Im Neckar-Odenwald-Kreis gibt es ein Stipendium: Wer sich im Studium verpflichtet, später dort zu praktizieren, bekommt 500 Euro monatlich für maximal vier Jahre. Mehrere Studierende haben sich bereits dafür entschieden und nach ihren Prüfungen im Kreis angefangen.
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Die privaten Sana-Kliniken, Betreiber der Praxis in der Kaufland-Filiale, dürften sowieso eher am Geschäft interessiert sein als an einer guten Versorgung vor Ort. Das restliche Angebot zeigt es: Selbstzahler können zum Beispiel kleinere Gesundheitschecks machen lassen. Der Nutzen solcher Untersuchungen gilt als fraglich, deshalb zahlen die Krankenkassen auch nicht dafür. Geld verdienen lässt sich damit aber.
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Termine, Termine!
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Die Premiere der Reihe “SELTENE WISSENSCHAFTEN – Ausflüge in die Randgebiete der Forschung” präsentiert eine der spektakulärsten Wissenschaftsgeschichten aus der Rhein-Neckar-Region: Im Frühjahr 2015 gelingt es einem internationalen Forscherteam, den bis dato unbekannten Dadaisten Friedrich Hamsbach wiederzuentdecken. An mehreren Orten in der Region finden die Forschenden Spuren und sogar Werke des in Ludwigshafen geborenen Künstlers.
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Die Ergebnisse sind eindeutig: Hamsbach war in den 1920er-Jahren ein zentraler Protagonist der legendären Dada-Szene in Paris. Später emigrierte er in die USA, wo sich seine Spur verlor. Dem Team um Professor Frank E. Schmitt ist eine Sensation gelungen, nicht zuletzt, weil es bei seinen Nachforschungen bahnbrechende, Algorithmen-basierte KI-Technologie eingesetzt hat. Doch das Projekt ist noch nicht abgeschlossen. Bis heute arbeitet das Team an einer Rekonstruktion des Lebens und Wirkens von Friedrich Hamsbach, dem unbekannten Dadaisten.
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In seinem Vortrag skizziert Frank E. Schmitt die Suche und stellt neueste Erkenntnisse vor, die in der Fachwelt gerade für Furore sorgen.
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Ein Vortrag von Prof. Frank E. Schmitt (Western Nebraska Medical College)
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in der Reihe SELTENE WISSENSCHAFTEN / Moderation: Daniel F. Grieshaber
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Mittwoch, 26. November 2025, 20 Uhr
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Café COHRS, Lange Rötterstraße 60, Mannheim-Neckarstadt
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Mit der nicht lustigen Vortragsreihe SELTENE WISSENSCHAFTEN unternehmen wir immer am letzten Mittwoch des Monats im Café Cohrs Ausflüge in die Randgebiete der Forschung und präsentieren spektakuläre Erkenntnisse, die in der Fachwelt für Aufsehen sorgen, in der Öffentlichkeit aber zu wenig wahrgenommen werden. Moderiert wird die Reihe von Daniel F. Grieshaber, der regelmäßig international renommierte Expert*innen, ausgewiesene Fachleute und hartgesottene Rechercheur*innen zu Gast hat.
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Noch mehr Lokaljournalismus!
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…gibt es nur mit eurer Hilfe. Kauft unsere Hefte und erzählt anderen von uns. Wer uns darüber hinaus unterstützen möchte, kann uns eine Spende zukommen lassen. Als eingetragener Verein können wir auch Spendenquittungen ausstellen.
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Entweder mit einer Überweisung
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DE21 4306 0967 1043 2755 01
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Wer eine Spendenquittung benötigt, sollte seine Adresse angeben oder eine kurze Mail an info@bloqmagazin.de schreiben.
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