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falls ihr noch ein farbenfrohes und gehaltvolles Weihnachtsgeschenk sucht, schaut euch gerne mal in unserem Shop um. Da gibt es zum Beispiel unser großes bloq-Paket mit allen vier Ausgaben zum Knallerpreis von 30 Euro! Wenn ihr bis Donnerstag bestellt, macht sich das Paket auch noch rechtzeitig für die Bescherung auf die Reise. Oder ihr unterstützt kleine, unabhängige Buchhandlungen! Eine davon, Bücher Bender in Mannheim, feiert in diesem Jahr ihr 250-jähriges Bestehen.
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bloq-Autorin Marie Fräger hat für diesen Newsletter mit Inhaber Stefan Heeg über seine Großmutter gesprochen, die nach dem Krieg keine Mühen gescheut hat, wieder Bücher zu besorgen. Und über Booktok! Wir schauen außerdem auf ein prominentes Bauloch in Ludwigshafen – und auf die Mannheimer CDU und ihre Obsession für Bettelbanden.
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Und da große Ereignisse ihre Schatten vorauswerfen, noch ein Tipp fürs neue Jahr: Am 28. Januar steigt der zweite Teil der Reihe “Seltene Wissenschaften – Ausflüge in die Randgebiete der Forschung”. Billy Hutter wird im Café Cohrs über “Strabismus in Kunst und Verbrechen” referieren.
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Habt möglichst stressfreie Weihnachten, kommt unfallfrei ins Neue Jahr und lasst es euch gut gehen!
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Nur Bücher, kein Schnickschnack: Bei Bücher Bender ist klar, wofür das Herz schlägt.
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"Meine Großmutter hat lange Hamsterfahrten unternommen"
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Die Mannheimer Buchhandlung Bücher Bender ist in diesem Jahr 250 Jahre alt geworden. Inhaber Stefan Heeg blickt zurück – und erklärt, wie sich kleine Buchhandlungen heute behaupten können.
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Seit der Eröffnung haben viele politische Ereignisse die Buchhandlung geprägt. Herr Heeg, welche Geschichte ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
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Nach dem Zweiten Weltkrieg baute meine Großmutter, Friedl Heeg, mit allen Kräften die Buchhandlung wieder auf. Damals war das Ladengeschäft komplett ausgebombt, die Bücher waren verbrannt und Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und etliche Familienmitglieder ums Leben gekommen. Heute kann man sich gar nicht mehr vorstellen, wie es gewesen sein muss, wieder bei null anzufangen. Aber die Leute waren hungrig auf Literatur, auf das, was während des Krieges “entartet” oder verboten gewesen war. Allerdings waren zum Teil auch die Verlage ausgebombt, dementsprechend schwierig war es, an die Bücher zu kommen. Meine Großmutter hat dann lange Hamsterfahrten unternommen, mit dem Zug, zu Fuß, per Anhalter – um zu den Verlagen zu gelangen und wieder an Bücher zu kommen. Das ist eine Geschichte, vor der ich wirklich große Ehrfurcht habe. Vor so einer Kraft. Vor so einer Frau, die nie aufgegeben hat.
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Hat sich die Kundschaft in den vergangenen Jahrzehnten verändert?
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Früher hatten wir ein sehr treues Publikum, eher ältere Leute, 60, 70, plus. Damals hatte der Laden eine Art Spitzweg-Atmosphäre, alles sehr schön, aber doch auch düster. Die Bücherregale gingen bis unter die Decke, man musste Leitern einhängen, um ganz oben ranzukommen. Heute würde man sagen, es war ein bisschen wie im Museum. Als viele ältere Stammkundinnen und -kunden starben, musste sich etwas ändern: 1987 haben wir die Buchhandlung umgebaut, um den Laden offener zu gestalten. Den Eingangsbereich machten wir zum Beispiel heller, die enge Wendeltreppe ins Untergeschoss ersetzten wir durch eine breitere. Wir merkten dann auch bald, dass unsere Kunden jünger wurden. Plötzlich kamen auch Studentinnen und Schüler.
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Nehmen Sie neuerdings auch Veränderungen durch Buchempfehlungen auf Social Media, etwa den Booktok-Trend, wahr?
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Auf jeden Fall. Jüngere Leser, vor allem Leserinnen, empfehlen sich gegenseitig Bücher und lesen viel. Die Bücher, die ihnen typischerweise gefallen, sind oft sehr ansprechend gestaltet: Sie haben einen wunderschönen Buchschnitt, zum Teil sind es limitierte Ausgaben für Liebhaber. Es ist einfach schön zu sehen, dass junge Menschen das so schätzen.
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Die Zahl der Buchhandlungen sinkt, generell in Deutschland, aber auch hier in Mannheim.
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Gerade erst haben wieder zwei Buchhandlungen in der Stadt zugemacht. Die christliche Buchhandlung und die Quadrate-Buchhandlung, die ein Antiquariat angeschlossen hatte. Das bedauern wir natürlich. Vor zehn Jahren hätte ich Ihnen hier in den Quadraten locker zehn unabhängige Buchhandlungen aufzählen können, jetzt sind die alle weg.
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Sie müssen mit den großen Filialen der Buchhandelsketten konkurrieren. Wie kommen Sie dagegen an?
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Wir bieten bewusst nur Bücher an, während es bei den großen Anbietern sehr viele weitere Produkte gibt wie Geschenkartikel, Spielzeug, Tee oder Kerzen. Und bei uns arbeiten ausschließlich ausgebildete Buchhändlerinnen. Große Filialisten kaufen zentral ein, häufig nach Bestsellerlisten. Das ist uns nicht so wichtig, wir wollen eher kleinere Verlage unterstützen, die es schwer haben, die aber auch ganz tolle Bücher rausbringen. Oft melden uns Kunden das zurück: Ich sehe bei Ihnen Exemplare, die habe ich noch nirgends gesehen. Oder: Ich lasse mich einfach inspirieren, ich finde bei Ihnen immer etwas Außergewöhnliches. Das ist kein Riesengeschäft wie in den Filialen, aber das ist etwas Persönliches.
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Wird das auch in der Zukunft noch funktionieren?
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Für uns ist es wichtig, jetzt auch diejenigen zu erreichen, für die es ganz normal ist, im Internet zu bestellen. Ihnen zu zeigen, was wir können, was wir anbieten. Dass wir anders sind und das durchaus bereichernd sein kann. Und dass es bei uns sogar schneller geht als im Internet: Wir können ein Buch noch bis nach 18 Uhr bestellen und am nächsten Morgen ist es im Laden.
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Ganz wichtig ist außerdem die Preisbindung, eine deutsche Besonderheit: Neue Bücher kosten überall im deutschen Handel dasselbe. Wenn es die nicht gäbe, dann gäbe es uns wahrscheinlich auch nicht mehr, jedenfalls nicht mit einem gemischten Sortiment. Die Preisbindung garantiert, dass es nicht nur ein paar Bestseller gibt und der Rest dann eben sehr teuer wird. Und sie ermöglicht, dass es nicht nur in großen Städten, sondern auch im Odenwald und in der Pfalz Buchläden gibt.
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Was wünschen Sie sich für die unabhängigen Buchhandlungen?
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Städte müssen wieder attraktiver werden. Ein Ort, den die Menschen gerne besuchen und an dem ganz unterschiedliche Leute einander begegnen. Da sind wir in Mannheim auf einem ganz guten Weg, aber es ist noch Luft nach oben. Es gibt tolle Kinos, Theater, Konzerte. Kleinbühnen und Kabaretts. Ich wünsche mir, dass all diese Angebote weiterhin genutzt werden und Menschen ins Gespräch kommen. Wenn sie sich einer Gemeinschaft zugehörig fühlen, können wir als Gesellschaft auch besser Fake News, Hass und Hetze vorbeugen. Für diese Begegnungen braucht es die Stadt.
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Ursprünglich eröffnete die Buchhandlung 1775 in Worms. Ein Jahr später erhielt ihr Gründer Heinrich Valentin Bender die Erlaubnis des Kurfürsten, nach Mannheim umzuziehen. So kam die Stadt auch zu ihrer ersten Leihbibliothek, die Bender zusätzlich betrieb. Innerhalb Mannheims hat die Buchhandlung mehrfach den Standort gewechselt. Heute befindet sich das Geschäft in O4, 2.
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Die Tortenschachtel in Ludwigshafen kurz vor dem Abriss – vor über 10 Jahren. Bild: Jeschke
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… Jahre lebt Ludwigshafen nun schon mit einem Loch. Dort, wo einst die Tortenschachtel am Berliner Platz stand, klafft seit Jahren ein Krater. Ein Bild, das gut zur gähnenden Leere in der Stadtkasse passt: Weil das Areal einem Investor gehört, kann die Stadtverwaltung das Gelände nicht selbst entwickeln. Und somit kein eigenes Rathaus dort bauen. Stattdessen planen Geldgeber ein neues Geschäfts- und Verwaltungshaus auf dem Berliner Platz, das „Palatineo“. Dort will sich die Stadtverwaltung dann einmieten.
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Das Leben auf Pump hat so zwar kein Ende. Aber an Schulden ist man ja gewöhnt: Gerade verschlingen die Ausweichquartiere der Verwaltung an mehreren Stellen in der Stadt rund vier Millionen Euro im Jahr. Im Vergleich dazu ist das „Palatineo“ ein regelrechtes Schnäppchen: 270.000 Euro im Monat soll die Miete im neuen Verwaltungsgebäude kosten. 760.000 Euro weniger im Jahr als jetzt. Der Kauf des Berliner Platzes vor zehn Jahren hätte übrigens eine halbe Million gekostet, war aber von der Finanzbehörde ADD abgelehnt worden. Dazu, so hieß es damals, fehle Ludwigshafen einfach das Geld.
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Jetzt also die Bettler
Die Mannheimer CDU will härter gegen organisierte Bettelgruppen vorgehen. Als wenn es keine wichtigeren Themen gebe, findet Daniel Grieshaber.
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Es ist immer wieder schön zu sehen, dass es noch Politiker*innen gibt, die sich um die wirklich wichtigen Dinge kümmern. Sengül Engelhorn und Lennart Christ, von der Mannheimer CDU-Fraktion, wollen endlich „organisierte Bettelei bekämpfen“. Dass Mannheim pleite ist, dass die AfD überall – auch hier bei uns – immer stärker wird, dass sich die Stadt schleichend von ihren Klimazielen verabschiedet, alles Petitessen. „Organisierte Bettelei“ – das ist das Problem der Stunde!
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Stellt sich nur die Frage, wie genau die CDU-Fraktion die nervigen Bettler*innen „bekämpfen“ möchte. Es hört sich schwer danach an, als wolle sie künftig organisierte Bettlerringe ausheben. Allerdings wurde Bettelei als Straftatbestand glücklicherweise schon 1974 abgeschafft. Bis dahin war er zunächst in den preußischen und dann in den reichs- und bundesdeutschen Gesetzbüchern festgeschrieben und somit fast hundert Jahre lang beliebtes Mittel, um repressiv gegen Arme vorzugehen. Eigentlich unnötig zu erwähnen, dass sich die Nazis in dieser Frage mit einer drakonischen Verschärfung hervortaten.
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Bettelnde zu inhaftieren oder sie abzuschieben, fällt somit flach. Bleibt also nur die Allgemeine Polizeiverordnung der Stadt Mannheim, die aufdringliches oder bedrängendes Betteln sowie Betteln mit oder mittels Minderjähriger untersagt – und auch regelt, wie es sanktioniert wird: Aufdringliche Bettler*innen müssen demnach entweder 150 Euro Bußgeld berappen oder sie bekommen einen Platzverweis. Ist also alles geregelt. Dennoch geht es der CDU-Fraktion offenbar nicht weit genug. Jedenfalls hat sie beantragt, eine Satzung zu erstellen, die das Betteln in der Innenstadt komplett verbietet. Interessanterweise nutzt sie in der Begründung auch den Begriff des “Stadtbilds”, wobei die verwendete Formulierung der “Würde des Stadtbilds” Rätsel aufgibt.
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Ebenso rätselhaft bleibt, wie sich ein komplettes Bettelverbot, das also auch Menschen betrifft, die einfach dasitzen und auf Almosen hoffen, mit in der Weihnachtszeit so gern bemühten christlichen Werten verträgt. Und so drängt sich der Eindruck auf, dass die CDU-Fraktion zu einem bewährten Mittel greift, wenn einem zu den wichtigen politischen Fragen der Stadt nichts einfällt: Man macht Stimmung in Sachen Sicherheit – am besten auf Kosten von Menschen am Rand der Gesellschaft.
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